Funkbewusstsein

Schlagwort "Funk"

Lesen Sie hier den Artikel von Jiri Polivka, Diplomgeologe und Mobilfunkkritiker aus Regensburg, der am 17.05.2011 in der Mittelbayerischen Zeitung in Regensburg erschienen ist:

Durch den LTE- Ausbau erhöht sich die Belastung durch elektromagnetische Strahlung.

Der hochproblematische Umgang mit Funkbelastungen für die Bevölkerung erhält ein neues „Spielzeug“: Long Term Evolution, oder kurz: LTE. Aber es ist kein Spiel, sondern trauriger Ernst: Über alle Köpfe hinweg wird die vierte Generation Mobilfunk geplant und durchgesetzt.

Immer noch schnelleres mobiles Internet, Online-Spiele, Online-Musikhören überall, die Vernetzung und Überwachung des gesamten Verkehrs und Zusatzdienste fürs Geschäftsleben werden so ermö licht. LTE dürfte unsere Städte, Dörfer, Straßen und Verkehrsmittel ziemlich lückenlos in Hot Spots verwandeln.

Zunächst sind ländliche Bereiche auserkoren, die zweifelhaften Vorzüge dieser Technologie zu genießen. Anstelle von teuerer Verkabelung funkt man lieber hochfrequent. Die Politik hat dafür der Industrie erneut einen „Persilschein“ ausgestellt. In der Auswirkung gleichen Mobilfunk-Strahlen in LTE-Form den radioaktiven Strahlen. Das Bienen- und Waldsterben, das eindeutig auf die elektromagnetische Strahlung zurückzuführen ist, sind Vorboten einer globalisierten Zerstörung unseres Lebensraumes.

Die Bundesregierung hat mit Blick auf LTE eingeräumt, die Strahlenbelastung werde durch den weiteren Ausbau zunehmen. Bernd Rainer Müller, Experte für elektromagnetische Strahlung beim Bund Naturschutz, erklärt: „Die Regierung hat die Risiken durch die Nutzung der neuen Mobilfunkfrequenzen so gut wie nicht überprüft.“

Wie man dagegen aus Israel hört, haben die Ministerien für Gesundheit und Umweltschutz dem Ministerium für Telekommunikation einen Ausbau der LET-Technik untersagt, bis jegliche Gefahren für die Gesundheit durch diese Bestrahlung umfassend untersucht sind. Die deutschen „Volksvertreter“ lassen indes zu, dass wir zu Versuchsobjekten werden.
Wie vereinbaren sie den Ausbau dieser energiefressenden Technologie eigentlich mit dem Energiespar-Willen? Vor Jahren hat Dr. Josef Lutz, Professor für Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit in Chemnitz, gezeigt, dass der Fortschritt beim Klimaschutz durch die Solarenergie vom Ausbau der Funk-Netze aufgezehrt wird. Für die neue LTE- Technologie aber werden noch weit größere Energiemengen benötigt!

Unbestritten sind viele Menschen von der modernen Funktechnologie fasziniert, ohne sich über die Wirkung auf den lebenden Organismus Gedanken zu machen. Das Leiden der wachsenden Minderheit elektrosensibler Menschen wird gesellschaftspolitisch ignoriert oder mit Zynismus bedacht. Und die Mobilfunkindustrie verweist papageiartig auf die – höchst umstrittenen, ja kriminell hohen – „Grenzwerte“. Immerhin hat das Bundesamt für Strahlenschutz 2010 eingeräumt, dass die Langzeitwirkungen von Mobilfunkstrahlen noch nicht hinreichend untersucht seien und deren Gefährlichkeit keineswegs ausgeschlossen werden könne.

Wer noch zweifelt, wie problematisch der weitere Ausbau der Netze für die Gesundheit ist, informiere sich über eine von Prof. Dr. Klaus Buchner und Dr. Horst Eger veröffentlichte Langzeitstudie aus Bayern. Demnach zeigte sich bei 60 Teilnehmern nach der Installation einer Mobilfunkanlage in Rimbach eine deutliche Veränderung: Bestimmte Stresshormonwerte stiegen nach der Inbetriebnahme des Senders signifikant an, der Ausgangszustand wurde auch nach der 18-monatiger Testphase nicht wieder erreicht. Mit Blick auf all die warnenden Studien aus verschiedenen Ländern ist die im Aufbau befindliche LTE-Technologie wahrhaftig kein Grund zum Jubeln, sondern zum Bürgerprotest!

Das sind hochfrequente elektromagnetische Mikrowellen, welche niederfrequent getaktet sind. So wie Licht, das üblicherweise kontinuierlich – also nicht getaktet – strahlt und somit überhaupt nicht stört, ganz im Gegenteil, aber durch ständiges Ein- und Ausschalten – also durch Pulsung – zur reinsten Nervensäge werden kann. Alle gepulsten Vorgänge – sei es Feld oder Licht oder Schall – sind biologisch viel kritischer als ungepulste.

Zurzeit dominiert TETRAPOL, ein analoges und nicht gepulstes, seit
vielen Jahren bewährtes Funksystem. Die Frequenzen liegen in verschiedenen
Bereichen ab 380 MHz bis über 920 MHz. Die Strahlungsstärke ist ähnlich wie bei
TETRA. Besser? Verträglicher? Wahrscheinlich. Aber auch hier gibt es im Laufe der
Jahre Klagen seitens der Nutzer und seitens der Anwohner in der Nähe von
Funkstationen.

Die rücksichtslose, flächendeckende “Funk-Verseuchung” kann durchaus mit anderen großen Skandalen in den vergangenen Jahrzehnten verglichen werden bzw. diese übertreffen. Man hat aus der Vergangenheit nichts gelernt. Auch bei dem in den 70er und 80er-Jahren vielfach verwendeten Holzschutzmittel Pentachlorphenol oder bei Asbest wurden seitens der Hersteller und der zuständigen Politiker viele Jahre bis Jahrzehnte lang eindeutige Erkenntnisse und Beweise betreffend der massiven Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren bestritten, unterdrückt und totgeschwiegen.

Unterstützt wurde diese Vorgehensweise in der Zeit der Verwendung dieser Giftstoffe mit “hausgemachten” verharmlosenden Studienergebnissen und entsprechenden beruhigenden Eigenpublikationen. Erst als die Beweislage erdrückend war, wurden diese Gifte in Deutschland verboten, einige wenige Hersteller verurteilt und damit viele Wissenschaftler und Ärzte, die Jahre lang auf die Gefahren hingewiesen hatten, rehabilitiert.

Die Gesundheit von Menschen und Tieren hat eindeutig zugunsten von Wirtschaft bzw. Industrie keinen bevorzugten Stellenwert, zumal einige Wirtschaftszweige gut an den immer kränker werdenden Menschen verdienen können.